Einen dedizierten Palworld-Server zu Hause installieren
Par Benjamin D. · PDG
· Mis à jour le 5. September 2026 · Lecture 7 min
Inhaltsverzeichnis
Ein Palworld dedizierter Server im Heimnetz funktioniert technisch völlig anders als eine In-Game-Sitzung mit vier Freunden: eigener Prozess, eigene Speicherstände, feste UDP-Ports, dauerhafte Laufzeit. Diese Anleitung zeigt Schritt für Schritt SteamCMD, Portweiterleitung, die PalWorldSettings.ini und die Hardware, die du realistisch einplanen musst – für Windows und für Linux.
Palworld dedizierter Server: Systemanforderungen realistisch einschätzen
Die häufigste Ursache für ruckelnde Sitzungen ist nicht die Internetleitung, sondern zu wenig Arbeitsspeicher. Die Server-Anwendung von Palworld hält die komplette Welt inklusive aller Pals, Basen und Strukturen im RAM. Der Verbrauch wächst mit der Spielzeit, nicht mit der Spielerzahl allein: eine Welt nach 200 Stunden mit fünf ausgebauten Basislagern belegt deutlich mehr als eine frische Karte.
Hardware-Richtwerte
| Komponente | Minimum | Empfohlen |
|---|---|---|
| RAM | 8 GB nur für die Server-Anwendung | 16–32 GB, je nach Weltalter |
| CPU | 4 Kerne | 4–8 schnelle Kerne, hohe Single-Core-Leistung (z. B. Ryzen) |
| Speicher | ~30 GB frei | NVMe-SSD, wegen Ladezeiten und Autosave-Spitzen |
| Upload | ca. 1–2 Mbit/s pro Spieler | stabile symmetrische Leitung, niedriger Jitter |
| OS | Windows 10/11, Ubuntu 22.04 LTS | Linux ohne Desktop-Umgebung, weniger Overhead |
Palworld skaliert schlecht über viele Kerne. Ein Prozessor mit hoher Taktfrequenz bringt spürbar mehr als einer mit vielen langsamen Kernen. Wichtig ist außerdem: der Rechner, auf dem die Server-Anwendung läuft, sollte nicht gleichzeitig das Spiel selbst ausführen – Client und Server konkurrieren sonst um RAM und CPU-Zeit.
Was du zu Hause nicht kontrollierst
- DS-Lite / CGNAT: viele Kabel- und Glasfaseranschlüsse vergeben keine öffentliche IPv4-Adresse mehr. Ohne öffentliche IPv4 funktioniert die Portweiterleitung schlicht nicht.
- Upload-Asymmetrie: 250/40 klingt gut, aber jeder Autosave-Peak und jeder Sprachchat teilt sich denselben Upstream.
- Stromausfälle und Neustarts: ohne USV und Autostart ist die Runde nachts weg.
- Volumetrische Angriffe: gegen DDoS auf einem Privatanschluss kannst du technisch nichts tun – das wird auf Netzwerkebene gefiltert, nicht auf deinem Router.
Wenn dein Anschluss diese Punkte nicht sauber abdeckt, ist eine Maschine im Rechenzentrum mit Ryzen-CPU, NVMe-Speicher und standardmäßig aktivem Anti-DDoS die pragmatischere Variante: Palworld Server mieten. Wer die Installation trotzdem selbst durchziehen will, liest einfach weiter.
Installation der Server-Dateien mit SteamCMD
Die Server-Anwendung ist ein eigenes Steam-Produkt mit der App-ID 2394010 und wird anonym heruntergeladen – du brauchst keinen Steam-Login und keine zweite Spielkopie.
Variante Windows
SteamCMD herunterladen, in C:\steamcmd entpacken, Eingabeaufforderung öffnen:
cd C:\steamcmd
steamcmd.exe +force_install_dir C:\palserver +login anonymous +app_update 2394010 validate +quit
Danach die Anwendung einmal starten, damit die Standard-Konfiguration erzeugt wird:
C:\palserver\PalServer.exe -useperfthreads -NoAsyncLoadingThread -UseMultithreadForDS
Beim ersten Start bittet Windows um eine Firewall-Freigabe. Erlaube sie für private und öffentliche Netzwerke, sonst blockiert die Windows-Defender-Firewall den UDP-Verkehr.
Variante Linux (Ubuntu 22.04 / Debian 12)
Erst die 32-Bit-Architektur aktivieren, da SteamCMD selbst 32-bittig ist:
sudo dpkg --add-architecture i386
sudo apt update
sudo apt install -y software-properties-common lib32gcc-s1 curl tar
sudo add-apt-repository multiverse -y
sudo apt install -y steamcmd
Ein eigener Systembenutzer ist Pflicht – die Anwendung läuft niemals als root:
sudo useradd -m -s /bin/bash palworld
sudo su - palworld
/usr/games/steamcmd +force_install_dir /home/palworld/palserver \
+login anonymous +app_update 2394010 validate +quit
Palworld erwartet unter Linux die Steam-Runtime-Bibliotheken an einer bestimmten Stelle. Fehlt der Symlink, bricht der Start mit libsteam_api.so: cannot open shared object file ab:
mkdir -p ~/.steam/sdk64
ln -sf ~/.local/share/Steam/steamcmd/linux64/steamclient.so ~/.steam/sdk64/steamclient.so
Erster Start:
cd /home/palworld/palserver
./PalServer.sh -useperfthreads -NoAsyncLoadingThread -UseMultithreadForDS
Startparameter erklärt
-useperfthreads– verteilt Worker-Threads etwas günstiger auf verfügbare Kerne.-NoAsyncLoadingThread– deaktiviert asynchrones Laden, reduziert Stutter beim Streamen neuer Weltbereiche.-UseMultithreadForDS– aktiviert Multithreading für die Server-Anwendung.-publiclobby– meldet die Sitzung im Community-Browser an (nur nötig, wenn du öffentlich gelistet sein willst).-port=8211 -queryport=27015– nur setzen, wenn du von den Standardports abweichst.
Autostart per systemd
Damit die Anwendung Neustarts überlebt, gehört sie in eine Unit-Datei unter /etc/systemd/system/palworld.service:
[Unit]
Description=Palworld Dedicated Server
After=network-online.target
Wants=network-online.target
[Service]
Type=simple
User=palworld
WorkingDirectory=/home/palworld/palserver
ExecStartPre=/usr/games/steamcmd +force_install_dir /home/palworld/palserver +login anonymous +app_update 2394010 validate +quit
ExecStart=/home/palworld/palserver/PalServer.sh -useperfthreads -NoAsyncLoadingThread -UseMultithreadForDS
Restart=on-failure
RestartSec=15
KillSignal=SIGINT
TimeoutStopSec=60
[Install]
WantedBy=multi-user.target
sudo systemctl daemon-reload
sudo systemctl enable --now palworld
journalctl -u palworld -f
Der ExecStartPre-Eintrag zieht bei jedem Start automatisch das aktuelle Update. Bei einem Patch reicht dann ein sudo systemctl restart palworld. Wichtig: Clients und Server-Anwendung müssen dieselbe Version haben, sonst kommt beim Verbinden ein Versions-Mismatch.
Portweiterleitung, Firewall und Erreichbarkeit
Palworld nutzt UDP, nicht TCP. Das ist die Fehlerquelle Nummer eins: Wer im Router versehentlich TCP freigibt, sieht die Sitzung nie.
Benötigte Ports
| Port | Protokoll | Funktion |
|---|---|---|
| 8211 | UDP | Spielverkehr – zwingend erforderlich |
| 27015 | UDP | Steam-Query, nur für die Community-Liste |
| 25575 | TCP | RCON – niemals ins offene Internet weiterleiten |
Schritte im Router
- Der Maschine im LAN eine feste IP geben (DHCP-Reservierung über die MAC-Adresse, z. B.
192.168.1.50). - Portweiterleitung anlegen: extern
8211/UDP→ intern192.168.1.50:8211/UDP. - Optional
27015/UDPidentisch weiterleiten. - Öffentliche IPv4 prüfen. Beginnt die WAN-IP im Router mit
100.64.bis100.127., sitzt du hinter CGNAT – dann hilft nur ein Tarifwechsel auf eine echte IPv4 oder eine Maschine außerhalb des Heimnetzes.
Unter Linux gehört zusätzlich die lokale Firewall konfiguriert:
sudo ufw allow OpenSSH
sudo ufw allow 8211/udp
sudo ufw allow 27015/udp
sudo ufw allow from 192.168.1.0/24 to any port 25575 proto tcp
sudo ufw enable
sudo ufw status numbered
Unter Windows als Administrator in der PowerShell:
New-NetFirewallRule -DisplayName "Palworld UDP 8211" -Direction Inbound -Protocol UDP -LocalPort 8211 -Action Allow
New-NetFirewallRule -DisplayName "Palworld Query 27015" -Direction Inbound -Protocol UDP -LocalPort 27015 -Action Allow
Testen, ob die Weiterleitung greift
Von innen zu testen bringt wenig – viele Router beherrschen kein NAT-Loopback. Nutze eine Mobilfunkverbindung oder einen externen Portcheck. Auf der Maschine selbst prüfst du, ob überhaupt gelauscht wird:
sudo ss -ulpn | grep 8211
# oder unter Windows:
netstat -an | findstr 8211
Erscheint hier nichts, ist die Anwendung gar nicht gestartet oder abgestürzt – dann zuerst ins Log unter Pal/Saved/Logs/ schauen, bevor du weiter am Router drehst. Im Heimnetz verbinden sich Mitspieler über 192.168.1.50:8211, von außen über die öffentliche IPv4 samt Port.
PalWorldSettings.ini korrekt konfigurieren
Die aktive Konfigurationsdatei liegt nicht dort, wo die meisten zuerst suchen. Die Vorlage findest du unter DefaultPalWorldSettings.ini im Hauptverzeichnis, editiert wird aber ausschließlich:
# Linux
/home/palworld/palserver/Pal/Saved/Config/LinuxServer/PalWorldSettings.ini
# Windows
C:\palserver\Pal\Saved\Config\WindowsServer\PalWorldSettings.ini
Diese Datei entsteht erst nach dem ersten Start. Kopiere den Inhalt der Vorlage hinein:
cp /home/palworld/palserver/DefaultPalWorldSettings.ini \
/home/palworld/palserver/Pal/Saved/Config/LinuxServer/PalWorldSettings.ini
Die Syntaxregel, an der fast jeder scheitert
Alle Optionen stehen in einer einzigen Zeile innerhalb von OptionSettings=(...). Kein Zeilenumbruch, keine Leerzeichen um das Gleichheitszeichen, Textwerte in doppelten Anführungszeichen, Wahrheitswerte als True/False mit Großbuchstaben, Kommazahlen mit Punkt. Ein einziger Tippfehler führt dazu, dass die komplette Zeile ignoriert wird und die Standardwerte greifen – ohne Fehlermeldung.
[/Script/Pal.PalGameWorldSettings]
OptionSettings=(Difficulty=None,DayTimeSpeedRate=1.000000,NightTimeSpeedRate=1.000000,ExpRate=1.500000,PalCaptureRate=1.200000,PalSpawnNumRate=1.000000,PlayerDamageRateAttack=1.000000,PlayerDamageRateDefense=1.000000,DeathPenalty=Item,bEnablePlayerToPlayerDamage=False,bEnableFriendlyFire=False,bEnableInvaderEnemy=True,GuildPlayerMaxNum=8,BaseCampMaxNumInGuild=4,PalEggDefaultHatchingTime=24.000000,bIsMultiplay=False,bIsPvP=False,ServerPlayerMaxNum=16,ServerName="Mein Palworld Netzwerk",ServerDescription="Coop, sanfte Raten",AdminPassword="LangesZufallsPasswort",ServerPassword="",PublicPort=8211,PublicIP="",RCONEnabled=True,RCONPort=25575,bUseAuth=True,bIsUseBackupSaveData=True,AutoSaveSpan=180.000000)
Die Parameter, die den Spielfluss wirklich verändern
| Parameter | Wirkung | Praxis-Tipp |
|---|---|---|
ExpRate | Erfahrungsmultiplikator | 1.5–2.0 für Feierabend-Runden, ohne das Spiel zu trivialisieren |
PalCaptureRate | Fangchance | Über 1.5 fühlen sich Bosse belanglos an |
DeathPenalty | None / Item / ItemAndEquipment / All | Item ist der übliche Kompromiss |
ServerPlayerMaxNum | Maximale Slots | 32 ist das technische Limit – RAM-Bedarf steigt entsprechend |
BaseCampMaxNumInGuild | Basislager pro Gilde | Jedes Lager kostet dauerhaft CPU-Zeit und RAM |
AutoSaveSpan | Autosave-Intervall in Sekunden | 180–300; kürzere Intervalle erzeugen Mikroruckler |
bIsUseBackupSaveData | Interne Sicherungen | Immer True, ersetzt aber keine externe Sicherung |
Nach jeder Änderung muss die Anwendung sauber gestoppt werden. Bei laufendem Prozess überschreibt Palworld die Datei beim Beenden mit den alten Werten – ein Klassiker. Immer erst systemctl stop palworld, dann editieren, dann starten. Die vollständige Parameterliste pflegt der Entwickler in seiner technischen Dokumentation: Palworld Tech Guide.
RCON für die Administration
Mit aktiviertem RCON steuerst du die Sitzung ohne Konsolenzugriff. Typische Befehle:
ShowPlayers
Info
Save
Broadcast Neustart_in_5_Minuten
KickPlayer <SteamID>
BanPlayer <SteamID>
Shutdown 60 Wartung
Beachte: Broadcast verträgt keine Leerzeichen, nutze Unterstriche. RCON gehört ausschließlich ins LAN oder hinter einen SSH-Tunnel, das AdminPassword sollte mindestens 20 zufällige Zeichen haben.
Betrieb, Sicherungen und Performance-Pflege
Speicherstände sichern
Alles Wichtige liegt in Pal/Saved/SaveGames/0/<WeltID>/. Ein simples Cron-Skript reicht:
#!/bin/bash
STAMP=$(date +%Y%m%d-%H%M)
tar -czf /home/palworld/backups/pal-$STAMP.tar.gz \
-C /home/palworld/palserver/Pal/Saved SaveGames
find /home/palworld/backups -name "pal-*.tar.gz" -mtime +7 -delete
crontab -e
0 */4 * * * /home/palworld/backup.sh
Sichere immer eine Kopie außerhalb der Maschine. Eine defekte SSD nimmt sonst Welt und Sicherung gleichzeitig mit. Wer keine eigene Backup-Routine schreiben will, findet in einem Panel wie Pterodactyl automatische Sicherungen und einen Datei-Manager direkt eingebaut – dieselbe Logik gilt für Alle unsere Gameserver.
Speicherverbrauch im Griff behalten
Die Server-Anwendung gibt RAM über lange Laufzeiten nicht vollständig frei. Ein geplanter Neustall alle 12 bis 24 Stunden ist gängige Praxis:
0 5 * * * /usr/bin/systemctl restart palworld
Überwache den Verbrauch mit htop oder:
systemctl status palworld
ps -o pid,rss,etime,cmd -C PalServer-Linux-Shipping
Steigt rss dauerhaft über den verfügbaren RAM, greift der OOM-Killer und die Welt bricht mitten im Autosave ab – genau so entstehen beschädigte Speicherstände.
Absicherung der Maschine
- SSH nur mit Schlüsseln:
ssh-keygen -t ed25519, danachPasswordAuthentication noin/etc/ssh/sshd_config. fail2bangegen Brute-Force auf SSH installieren.- Nur 8211/UDP nach außen öffnen, alles andere über
ufwblocken. ServerPasswordsetzen, wenn die Runde privat bleiben soll.- Regelmäßig
sudo apt update && sudo apt upgradeausführen.
Typische Fehlerbilder
- „Connection timed out“ trotz korrekter Weiterleitung → TCP statt UDP freigegeben oder CGNAT.
- Einstellungen wirken nicht → falsche Datei editiert (Default statt aktive INI) oder Prozess lief beim Speichern.
- Sitzung startet, taucht aber nicht im Browser auf →
27015/UDPfehlt oder-publiclobbynicht gesetzt. - Absturz nach Patch →
app_update 2394010 validateerneut laufen lassen, Clients müssen dieselbe Version haben. - Massive Lags ab 8 Spielern → zu viele Basislager und Pals,
BaseCampMaxNumInGuildsenken.
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