Dedizierten Satisfactory-Server für Koop einrichten
Par Benjamin Dayan · PDG
· Mis à jour le 3. November 2026 · Lecture 5 min
Inhaltsverzeichnis
Satisfactory Server einrichten heißt in der Praxis: die dedizierte Serversoftware installieren, die passenden Ports freigeben, Startparameter setzen und anschließend die Mitspieler über das Spielmenü verbinden. Wer im Koop-Modus dauerhaft mit mehreren Spielern an derselben Fabrik bauen will, braucht eine Instanz, die unabhängig vom Host-PC läuft und auch dann weiterläuft, wenn der Host selbst offline ist. Dieser Leitfaden führt durch Serverdateien, Netzwerkkonfiguration, Startparameter und die ersten Verbindungsschritte.
Satisfactory Server einrichten: Serverdateien vorbereiten und installieren
Der dedizierte Satisfactory-Server wird über SteamCMD bezogen, unabhängig vom normalen Spielclient. Die App-ID des Dedicated Server lautet 1690800. Auf einer Linux-Maschine läuft die Installation typischerweise so ab:
apt update && apt install lib32gcc-s1 -y
mkdir -p ~/steamcmd && cd ~/steamcmd
curl -sqL "https://steamcdn-a.akamaihd.net/client/installer/steamcmd_linux.tar.gz" | tar zxvf -
./steamcmd.sh +force_install_dir ~/satisfactory +login anonymous +app_update 1690800 validate +quit
Nach dem Download liegt im Zielordner die ausführbare Datei FactoryServer.sh. Vor dem ersten Start lohnt sich ein Blick in die Verzeichnisstruktur: Die Speicherstände und Konfigurationsdateien landen unter FactoryGame/Saved/SaveGames beziehungsweise FactoryGame/Saved/Config/LinuxServer. Wer regelmäßige Sicherungen fahren will, sollte genau diesen Ordner in seine Backup-Routine aufnehmen, idealerweise automatisiert per Cronjob oder über die Backup-Funktion eines Verwaltungspanels.
Wer die Installation, die Portfreigabe und die laufende Wartung nicht manuell übernehmen möchte, kann auf eine vorbereitete Lösung zurückgreifen: Satisfactory Server mieten liefert eine fertig eingerichtete Instanz inklusive Anti-DDoS-Schutz, automatischen Sicherungen und einem Panel zur Verwaltung, ohne dass SteamCMD, Firewallregeln oder systemd-Dienste von Hand konfiguriert werden müssen.
Serverdienst mit systemd dauerhaft laufen lassen
Damit der Prozess nach einem Neustart der Maschine automatisch wieder startet, bietet sich ein systemd-Unit-File an:
[Unit]
Description=Satisfactory Dedicated Server
After=network.target
[Service]
User=satisfactory
WorkingDirectory=/home/satisfactory/satisfactory
ExecStart=/home/satisfactory/satisfactory/FactoryServer.sh -log
Restart=on-failure
[Install]
WantedBy=multi-user.target
Die Datei wird unter /etc/systemd/system/satisfactory.service abgelegt und anschließend aktiviert:
systemctl daemon-reload
systemctl enable --now satisfactory.service
systemctl status satisfactory.service
Portfreigabe und Netzwerkkonfiguration für den Koop-Betrieb
Satisfactory nutzt standardmäßig drei UDP-Ports, die sowohl in der Firewall der Maschine als auch gegebenenfalls im Router freigegeben werden müssen, falls der Server hinter NAT läuft:
| Port | Protokoll | Funktion |
|---|---|---|
| 7777 | UDP | Hauptspielport, Datenaustausch zwischen Server und Clients |
| 15000 | UDP | Beacon-Port, dient dem Server-Browser zur Erkennung |
| 15777 | UDP | Query-Port, liefert Statusinformationen für Tools von außen |
Auf einem Linux-System mit ufw sieht die Freigabe so aus:
ufw allow 7777/udp
ufw allow 15000/udp
ufw allow 15777/udp
ufw status
Hinweise zur Erreichbarkeit
Wenn mehrere Dienste auf derselben Maschine laufen, kann es sinnvoll sein, mit dem Startparameter -Multihome=<IP> explizit die Netzwerkschnittstelle zu binden, über die der Server erreichbar sein soll. Das vermeidet, dass sich Spielport und Query-Port gegenseitig in die Quere kommen, insbesondere wenn mehrere Satisfactory-Instanzen parallel betrieben werden. Latenz spielt bei Satisfactory eine geringere Rolle als bei schnellen Shootern, trotzdem sollte die Verbindung zwischen Server und Fabrik-Standort stabil bleiben, da häufige Paketverluste zu Rucklern bei komplexen Förderbandnetzen führen.
Startparameter und Konfigurationsdateien richtig setzen
Der Start erfolgt über FactoryServer.sh mit optionalen Parametern. Eine gängige Startzeile für eine dauerhaft laufende Koop-Instanz:
./FactoryServer.sh -Port=7777 -BeaconPort=15000 -ServerQueryPort=15777 -log -unattended
Der Parameter -unattended verhindert, dass Dialogfenster oder Abstürze den Prozess blockieren, was gerade bei einem headless laufenden Dienst wichtig ist. Zusätzlich lässt sich über -EpicPortal oder -SteamPortal das Netzwerk-Backend festlegen, abhängig davon, über welchen Launcher die Mitspieler beitreten.
Wichtige Einstellungen in Game.ini und Engine.ini
Die relevanten Dateien liegen unter FactoryGame/Saved/Config/LinuxServer/. Dort lassen sich unter anderem Autosave-Intervalle, maximale Spieleranzahl und Netzwerk-Update-Raten anpassen:
[/Script/Engine.GameNetworkManager]
TotalNetBandwidth=600000
MaxDynamicBandwidth=400000
MinDynamicBandwidth=100000
[/Script/FactoryGame.FGSaveSystem]
AutosaveInterval=300
Ein kürzeres Autosave-Intervall reduziert den Datenverlust bei einem Absturz, erhöht aber kurzzeitig die Prozessorlast beim Schreiben des Speicherstands. Auf Maschinen mit NVMe-Speicher fällt dieser Effekt deutlich geringer aus als auf klassischen Festplatten, da Schreibvorgänge schneller abgeschlossen sind und die laufende Simulation weniger stockt. Für Communitys mit vielen gleichzeitig aktiven Fabriken lohnt sich außerdem ein Blick auf Alle unsere Gameserver, um zu vergleichen, wie Prozessorleistung und Speicheranbindung bei verschiedenen Spielen zusammenspielen.
Verbindung der Spieler über das Spielmenü herstellen
Sobald der Prozess läuft und die Ports erreichbar sind, verbinden sich Mitspieler nicht über eine klassische IP-Eingabe im Hauptmenü, sondern über den eingebauten Server-Manager im Spiel. Der Ablauf:
- Satisfactory starten und im Hauptmenü „Server-Manager“ öffnen.
- Über „Server hinzufügen“ die IP-Adresse zusammen mit dem Query-Port eingeben, zum Beispiel
123.45.67.89:15777. - Beim ersten Verbindungsaufbau fragt das Spiel nach einem Administrator-Passwort, falls der Server noch nicht beansprucht wurde. Mit „Server beanspruchen“ wird die erste Spielsitzung angelegt.
- Weitere Mitspieler verbinden sich anschließend über denselben Eintrag im Server-Manager und treten der bestehenden Sitzung bei.
Administration im laufenden Koop-Betrieb
Der Server-Manager erlaubt auch das Umbenennen der Sitzung, das Setzen eines Administrator-Passworts sowie das Pausieren oder Beenden der Session, ohne den zugrunde liegenden Prozess neu zu starten. Für die laufende Betreuung einer Community empfiehlt sich:
- Ein separates Administrator-Passwort, das nicht mit dem allgemeinen Beitrittspasswort identisch ist.
- Regelmäßige Sicherungen des
SaveGames-Ordners vor größeren Bauprojekten oder Updates. - Updates der Serverdateien erst nach Ankündigung einspielen, da Patches gelegentlich Speicherstände inkompatibel machen können.
- Bei Nutzung eines Panels wie Pterodactyl lassen sich Neustart, Dateizugriff und Sub-Benutzer sauber trennen, was bei mehreren Admins pro Community die Übersicht erleichtert. Wer ein solches Panel selbst betreiben möchte, findet unter Pterodactyl VPS eine passende Grundlage dafür.
Wer die Maschine komplett selbst administriert, etwa über SSH auf einer Linux-Instanz, sollte zusätzlich Standardmaßnahmen umsetzen: SSH-Zugriff per Schlüssel statt Passwort, fail2ban gegen Brute-Force-Versuche und eine restriktive ufw-Konfiguration, die nur die tatsächlich benötigten Ports öffnet. Details zur Basiskonfiguration einer solchen Maschine liefert die Übersicht unter Linux VPS.
Fazit
Satisfactory Server einrichten ist kein Hexenwerk, erfordert aber Sorgfalt bei Portfreigabe, Startparametern und der Pflege der Speicherstände. Wer Serverdateien sauber strukturiert, die richtigen UDP-Ports öffnet und regelmäßig sichert, hat eine stabile Grundlage für dauerhaften Koop-Betrieb ohne böse Überraschungen bei größeren Fabrikprojekten.
FAQ
Welcher Port muss für den Server-Manager im Spielmenü erreichbar sein?Für die Verbindung über den Server-Manager wird der Query-Port benötigt, standardmäßig 15777 UDP. Ohne Freigabe dieses Ports erscheint der Server nicht als erreichbar, selbst wenn der Hauptspielport bereits offen ist.
Warum verliert der Server nach einem Patch den Zugriff auf alte Speicherstände?Satisfactory-Updates ändern gelegentlich interne Datenstrukturen der Speicherstände. Vor jedem Update sollte der SaveGames-Ordner gesichert werden, damit im Zweifel eine funktionierende Version vorliegt, bevor die Serverdateien aktualisiert werden.
Kann die Autosave-Frequenz die Serverleistung spürbar beeinflussen?Ja, ein sehr kurzes Autosave-Intervall erzeugt zusätzliche Schreiblast beim Sichern des Spielstands. Auf Systemen mit NVMe-Speicher fällt dieser Effekt deutlich geringer aus als auf klassischen Festplatten, da Schreibvorgänge schneller abgeschlossen werden.
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